Preise und Zusammensetzung bei Knabstruppern!

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Preise und Zusammensetzung bei Knabstruppern!

Beitragvon Coco1983 » Fr 30. Jul 2010, 14:44

So da wären wir, ich werde Chris bitten, das ganze Thema zu verschieben...

Also ich finde es schön, dass Du Deine Entscheidung so gesehen hast. Grundsätzlich kann ja auch jeder in Druck kommen, ein Pferd in gute Hände für weniger Geld abzugeben. Da ist nichts verwerfliches dran und man kann auch Glück haben und einen guten Platz finden! Auch wenn man einen " normalen " Preis für sein Fohlen/Pferd erzielen möchte, achten viele ( mich eingeschlossen auf Platz vor Preis ) was ja nicht heißen muss dass es dann verschenkt wird.

Bei so vielen Pferden ohne wirkliche Not, ist das für mich etwas anderes. Da fragt man schon, und nicht nur aus der Sicht des Züchters. Langfristig wird es für jeden Topf einen Deckel geben, aber mal ganz ehrlich. Wenn ich das nötige Kleingeld für den Kauf nicht habe, glaubst Du dann daran, dass das nötige Kleingeld für die lange Liste an wiederkehrenden Kosten da ist? Machen sich wirklich alle Käufer darüber Gedanken, oder ist es dann bei so einem Preis mal schnell angeschafft und ebenso schnell auch wieder weg. Ich spreche aus Erfahrung, ich weiss wie viele Pferde so über die Wupper gegangen sind in der Vergangenheit.

Unter Züchterkollegen habe ich auch manchmal andere Preise gehabt, weil mir dieses oder jenes Pferd wichtig war in der Zucht. Sehe ich heute auch ganz anders. Aber die Erfahrungen mag gern jeder selbst machen. Nur, wenn am Ende der Leidtragende das Tier ist, unabhängig vom Grund, finde ich das schade.

Ich denke ein Rechtfertigungsgrund besteht bei Züchtern nicht wenn sie höhere Preise für altersgemäß erzogene und tierärztlich versorgte Pferde erhalten möchten, es gibt immer Menschen die wie Du darauf achten! Das zeigt zum Einen den Respekt vor der Arbeit und der Mühe des Züchters und zum anderen auch den Respekt vor dem Lebewesen. Und oft ist es auch ein Indiz dafür dass ich langfristig denke und plane und daher gewissenhaft meinen Lebenspartner Pferd und die Unterbringung, Haltung etc. plane.

Und es zeigt auch ein gewisses Pferdeverständnis wenn ich mir überlege dass ein Pferd aus einem Stall wo Wert auf die Basis des Pferdelebens gelegt wird, sicher unter normalen Umständen hinterher weniger Kosten verursacht ( Ausnahmen gibt es sicher auch da durch Unfälle etc. ).

Ich will damit auch nicht sagen, dass es bei besagten Pferden so ist, aber Du hast den Gedanken in den Raum geworfen, und dass ist dann die Überlegung die sich einem eben aufdrängt. Vor allem habe ich es gerade aktuell in ( Nicht-Knabstrupper-Angelegenheiten ) wo ein Pferd aus einem Bestand kam, wo nichts von dem was einem Züchter wichtig erscheint einen Wert hatte ( zu früh gedeckt, kein vernünftiges Futter, keine Ausbildung ) dazu geführt hat, das es eigentlich reif für die Abdecker ist und das mit 6 Jahren :cry: :evil: . Da kriegt man die Wut!!!

In diesem Sinne, Augen auf beim Pferdekauf!!!!
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Re: Preise und Zusammensetzung bei Knabstruppern!

Beitragvon Burgfräulein » So 1. Aug 2010, 22:37

Hallo erst mal...
ich bin zwar schon seeehr müde, möchte aber gern noch antworten... also bei der "langen Liste der immer wiederkehrenden Kosten" finde ich, sollte man unterscheiden zwischen Anfangsinvestitionskosten und normale Unterhaltskosten eines Pferdes. Anfangsinvestitionskosten habe ich nur bei jungen Pferden. Da muss man erst einmal ordentlich reinbuttern, bis es irgendwann etwas weniger wird mit den laufenden Kosten. Neben Impfungen, spezielles Futter, eine gute Ausrüstung und einer soliden Ausbildung habe ich die laufende Kosten wie Wurmkuren, Hufschmied, bei Krankheit des Pferdes mal den Tierarzt und wenn man kein eigenes Land&Stall hat, auch noch Pensionskosten. Die letztgenannten laufenden Kosten fallen bei Pferden egal welchen Alters an.
Um die Anfangsinvestitionskosten aufzurechnen, muss ein Züchter wohl noch weiter zurückdenken und die Decktaxe mit dem ganzen Tierarztklimmbimm der da noch dran hängt mitberechnen. Die Ausrüstungskosten für ein Pferd sind ja auch weitgefächert. Wo soll man da anfangen? Zählen Hilfsmittel wie Bodenarbeitsmaterial noch zur Ausrüstung oder schon zu Ausbildung? Ist ja auch egal, Erziehung und Ausbildung kostet viel Zeit und Nerven. Da gehen dann die Ansprüche weit auseinander. Will ich einfach nur durch die Gegend juckeln oder einen unverdorbenen/unverbrauchten, fein gerittenen und gut auf Menschen abgestimmten Pferdepartner. Letzteres ist natürlich zeitaufwendiger und durch die ausführende Facharbeitskraft bei einem Verkaufspreis auch mitzuberechnen.
Ich vergleiche es mal mit einem Hausbau: entweder ich baue ein Haus ohne enthaltene Eigenleistung, dann ists teurer, oder ich mache Einiges selbst, und spare dann am Endpreis...sofern mir die Eigenleistung gelingt ;) Die noch so tolle ausbilderische Eigenleistung nützt wenig, wenn die körperl. Basisversorgung eines Jungpferdes versäumt wurde...
Ist halt auch irgendwie Vertrauenssache, bei wem man sein Pferdchen kauft. Ist schon schön wenn es gewissenhafte Züchter gibt, die auch tatsächlich die anfallenden Anfangsinvestitionskosten investieren.
neunmalkluge Grüße vom Burgfräulein
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Re: Preise und Zusammensetzung bei Knabstruppern!

Beitragvon knabbi » Mo 2. Aug 2010, 05:38

Guten Morgen erstmal :D ,
tja,die Welt werd ich zwar nicht verändern mit meinem Beitrag,aber dennoch möchte ich meine Meinung dazu sagen.
Ein Züchter, der sich wirklich bemüht, hat meist auch entsprechende Kosten. OB Decktaxe oder eigener Hengst(der schließlich auch kostet), TA(Tupferprobe etc.) bis hin zum Papier,IMpfung,Wurmkur und so weiter fürs erste halbe Jahr. Ist also alles nicht ohne aus meiner Sicht.
Mir wurde mal Anfang des jahres eine Studie zugesandt, wo drin stand,daß es erwiesen ist,daß ein SEHR großer Prozentteil eines gesunden,leistungsstarken und guten Pferd in der passenden Aufzucht begründet liegt. Schlecht gehaltene Fohlen hatten mehr Krankheiten später und Belastungen(Chip z.B.) als gut und natürlich gehaltene Aufzuchtpferde. Und zwar unabhängig von den genetischen Vorbelastungen!!! IM Gegenteil sogar....
Ich muß zugeben,ich war selbst sehr überrascht darüber, WIEVIEL Einfluß doch die Aufzucht bei der Zucht hat!!!! Es gilt also nicht nur die passende Anpaarung zu tätigen,sondern auch eine natürliche und gesunde Aufzucht. UND sowas ist eben oft nicht billig. Man braucht viel Wiesen,Platz im Winter für Offenställe(ist aus meiner Sicht das beste für Jungpferde),viel frische Luft und freie Bewegung,gute Grundversorgung an Futter und auch regelmäßige Entwurmung sowie Hufschmied und menschliche Nähe.
Das ist jedenfalls meine Devise. Nicht jeder kann das in Perfektiion betreiben und hat die Möglichkeiten. gute Kompromisse find ich auch komplett okey!
FAZIT: Ein "Billigprodukt" KANN ein Schnäppchen sein,ABER kann auch nach hinten losgehen indem man hinterher doppelt und dreifach für TA etc. investiert.
Ich denke,es wird immer Interessenten geben,die sehr auf die Herkunft ihres Pferdes und die Aufzucht achten und gern den passenden Preis dafür bezahlen. Das ist das Klientel,wo ich meistens meine besten Erfahrungen mit gemacht habe.
UND
Es wird auch immer die Schnäppchenjäger geben,die schlicht ein günstiges Pferd haben wollen und dafür andere Defizite bewußt in Kauf nehmen. wo ich mich oft aber auch frage,ob man so ein Pferd auch entsprechend zu schätzen und pflegen weiß??? Mein Erfahrungen waren da meist negativ behaftet.
Aber das sind jetzt so Grundsatzsachen,wie ich sie denke. Notfälle,Ausnahmen und so wirds immer geben,was verständlich und nachvollziehbar ist.
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Re: Preise und Zusammensetzung bei Knabstruppern!

Beitragvon knabbi » Mo 2. Aug 2010, 05:40

P.S.
Außerdem ist mein Wunschtraum immer noch,daß der Knabstrupper irgendwann einen GUTEN Namen und Ruf hat(wie z.B. PRE oder Lusitano etc.) und entsprechend gehandelt wird.
Insbesondere,da er ja auch immer noch recht selten ist und gute Qualität immer seinen Preis haben sollte. ;) :)
Laut einem bekannten Knabstrupperreiter :D (wohnhaft Dänemark) gibt es halt sehr viele Fleckviehvermehrer in der knabstrupperzucht.
Tja,manchmal hat er nicht ganz unrecht,wenn man auch nicht alle über einen Kamm scheren sollte... ;) :)
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Re: Preise und Zusammensetzung bei Knabstruppern!

Beitragvon CasaChabeli » Mo 2. Aug 2010, 11:01

MOIN, MOIN meine Damen, …. natürlich auch die Herren! :mrgreen:

Also für mich ist das heut zu Tage so ( mit meiner neunmal klugen Lebenserfahrung :mrgreen: :P ;) ) – dass ich eine konkrete – „reelle Preisvorstellung“ habe!!! :idea:

…. UND – wenn ich das Pferd auf dem offenen Markt Verkaufen möchte - und ein Interessent anfängt grob mit mir zu handeln, dann bin ich dem Menschen nicht BÖSE, :oops: :roll: :?
…… aber ich sage rein freundschaftlichich lade Sie gerne auf ´nen Kaffee ein ,
...... aber ins Geschäft kommen wir leider nicht!

Meine Selbstsicherheit nehme ich aus meiner Lebenserfahrung heraus – weil ich sehe – was teilweise in der „allgemeinen“ Pferdezucht los ist. :oops: :cry: ;)

Unsere Fohlen sind im allgemeinen Bestens für´s weitere Leben vorbereitet, im Futter, ärztlicher Versorgung, wie auch im *Handling* - im Besonderem kennen Sie den Menschen als „Freund & Partner“.
Wir sind „bestens Bemüht“, so wenig Fehler wie möglich zu machen! ;)

…. und „gottseidank“ gibt es Menschen – die sich für so etwas ausführlich Interessieren und gossen Wert darauf legen,
….. WEIL sie nämlich kein Pferd mehr therapieren wollen und ohne Ende Tierarztkosten rein stecken.
UND – weil man ÄLTER wird und gewisse Dinge zu SCHÄTZEN weiß – GELLE! :P :oops: ;)

Das ist halt Lebenserfahrung – und ich Verkaufe meine Tiere lieber an Menschen – die über die Lebenserfahrung verfügen!!!
…. denn die WISSEN was sie tun und wofür sie BEZAHLEN – dass ist der kleine & feine Unterschied!

… AUSNAHMEN bestätigen natürlich die REGEL – da es leider unter den Züchtern (aller Lebewesen) gute Selbstdarsteller gibt! :( :roll: :( :oops: ;)


In diesem Sinne – Grüßle Andrea
„Alle sind Irre; aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt.“

Ambrose Bierce
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Re: Preise und Zusammensetzung bei Knabstruppern!

Beitragvon Burgfräulein » Mo 2. Aug 2010, 12:04

ok, ich korrigier meine Aussage: Anfangsinvestitionskosten habe ich nicht nur bei jungen Pferden, sondern auch bei Pferden, die aus nicht artgerechten Haltungsbedingungen stammen und evtl. schon Verhaltensauffälligkeiten entwickelt haben (diese könnten sich negativ gegen andere Tiere, gegen Menschen oder auch gegen das Pferd selbst richten. z.B. andere Pferde zusammenkloppen, beißen, rempeln, steigen, oder auch koppen&weben...). Oder bei Pferden, die durch Mangelerscheinungen Spätfolgen nach sich ziehen. Oder, bei Pferden, die korrektur ausgebildet werden müssen (neues Trainigsprogramm, mit dem Ziel neuer Muskelbildungen ect., eine "neue Sprache" beibringen) was wohl seeehr mühsam ist! :shock: :ugeek: Und keinen Erfolg garantiert... :? :cry:
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